Die Qualifikation zur Oberliga hätte für die U12-1 des VfL Kirchheim kaum unglücklicher beginnen können. Beim Qualifikationsturnier mit dem USC Freiburg und dem TV Donaueschingen war eigentlich ein Kader von neun Spielern eingeplant – genau die Mindestanzahl, die laut Spielordnung erforderlich ist.
Doch ausgerechnet am Sonntagmorgen folgte der Schock: Der neunte Spieler musste seine Teilnahme verletzungsbedingt kurzfristig absagen. So schnell ließ sich kein Ersatz mehr organisieren. Damit war bereits vor dem ersten Sprungball klar, dass sämtliche Spiele unabhängig vom sportlichen Ausgang mit 0:20 gewertet werden würden. Eine bittere Ausgangslage für die Mannschaft von Trainer Milosevic.
Dennoch entschied sich das Team, das Turnier mit voller Motivation anzugehen – nicht nur, um sich mit starken Gegnern zu messen, sondern auch, um den eigenen Leistungsstand zu überprüfen.

Im ersten Spiel gegen den TV Donaueschingen ließ die Mannschaft um Kapitän Noah B. von Beginn an keinen Zweifel daran, dass sie sportlich auf einem sehr hohen Niveau agiert. Mit konzentrierter Verteidigung, schnellem Umschaltspiel und hervorragendem Teamplay setzte sich der VfL Punkt für Punkt ab. Fast alle Spieler erzielten eine zweistellige Punktausbeute, während andere mit zahlreichen Assists oder wichtigen Rebounds glänzten. Am Ende stand ein beeindruckender 148:18-Erfolg auf der Anzeigetafel – ein Ergebnis, das selbst die Zuschauer staunen ließ.
So groß die Freude über diese dominante Leistung auch war, blieb dennoch ein bitterer Beigeschmack: Aufgrund der fehlenden Mindestspielerzahl wurde die Begegnung regelkonform mit 0:20 gegen Kirchheim gewertet.
Davon ließ sich die Mannschaft jedoch nicht entmutigen. Im zweiten Spiel gegen den USC Freiburg wollte das Team erneut zeigen, welches Potenzial in ihm steckt. Für Trainer Milosevic stand dabei nicht ausschließlich das Ergebnis im Mittelpunkt. Ebenso wichtig war ihm, dass insbesondere die jüngeren Spieler aus dem U11-Jahrgang wertvolle Erfahrungen auf höchstem Niveau sammeln konnten. Schließlich war auch dieses Spiel unabhängig vom Ausgang bereits als Niederlage gewertet.
Die Begegnung entwickelte sich zu einem hochklassigen und spannenden Duell. Über weite Strecken begegneten sich beide Mannschaften auf Augenhöhe, phasenweise dominierten die Kirchheimer sogar das Spielgeschehen mit starkem Passspiel und guter Verteidigung. Immer wieder gelang es, den USC unter Druck zu setzen und den Ball schnell zu bewegen. Auf der anderen Seite übernahmen jedoch zwei Freiburger Leistungsträger immer wieder Verantwortung und hielten ihre Mannschaft im Spiel.
Erst ein entscheidender 10:0-Lauf im Schlussabschnitt brachte den USC Freiburg auf die Siegerstraße und entschied die Partie sportlich zugunsten der Südbadener.
Trotz der besonderen Umstände überwog bei Trainer Milosevic nach dem Turnier der Stolz auf seine Mannschaft.
Nach einer intensiven Trainingswoche zeigte das Team eine geschlossene Mannschaftsleistung und überzeugte sowohl als Kollektiv als auch individuell. Besonders erfreulich war, dass die jüngeren Spieler mutig auftraten und sich nahtlos in das Spiel einfügten. Aus der vergangenen Saison weiß Milosevic, dass der USC Freiburg das Niveau für die Oberliga mitbringt. Umso wichtiger war für ihn die Erkenntnis, dass seine Mannschaft diesem Niveau absolut gewachsen ist.
Die Chance auf die Oberliga lebt weiterhin.
Am 18. Juli findet in der Sporthalle Stadtmitte das Nachqualifikationsturnier statt. Dort trifft der VfL erneut auf den TV Donaueschingen sowie den TV Marbach. Die Ausgangslage ist klar: Nur die ersten beiden Turniersieger qualifizieren sich noch für die Oberliga der Saison 2026/27.
Die Mannschaft wird bis dahin alle Kräfte bündeln, weiter intensiv arbeiten und alles daransetzen, sich den Traum von der höchsten Spielklasse in Baden-Württemberg doch noch zu erfüllen.
Es spielten: Noah B. (Kapitän), Aris , Jona, Yusef, Emil, Noah K., Luis und Jacob
