Kirchheim Knights

H1 | Trotz Mega-Comeback, letztes Heimspiel verloren!

Es war angerichtet in der Sporthalle Stadtmitte am Samstagabend. Die ca. 150 Zuschauer freuten sich über Freibier, das von den Coaches und Kapitänen der „Ersten“ spendiert wurde, und die Mannschaft war bis in die Haarspitzen motiviert, die Vizemeisterschaft auf heimischem Parkett klarzumachen. Abgesehen von Alexander Stief und Nil Failenschmid stand der Kern des Teams zur Verfügung.

Auch beim USC fehlten Spieler, doch ohne Abstiegssorgen – der USC war seit dem vorigen Spieltag gesichert – spielt es sich wohl spürbar leichter.

Durch ein Run-and-Gun-Spiel, auf das die Phoenix Suns vor vielen Jahren stolz gewesen wären, ging der Gast nach fünf Minuten mit 16:8 in Führung, was die erste Kirchheimer Auszeit erforderte. Das Team fand, trotz Foulbelastung von Neil, Mirsad und Andi, danach besser ins Spiel und verkürzte kurz vor der Viertelpause auf 19:23. Doch die letzte Minute im ersten Abschnitt glich einem Fiebertraum: drei Turnover beim VfL und drei erfolgreiche Dreipunktewürfe bei den Breisgauern, der letzte davon mit Ablauf der Viertelsirene von hinter der Mittellinie. Ein Team, das in dieser Besetzung 3,5 Dreier pro Spiel erzielt, traf sieben erfolgreiche Distanzwürfe im ersten Viertel. Somit wusste man beim Stand von 22:34, dass Freiburg – ähnlich wie im Hinspiel – einen Sahnetag erwischt hatte.

Im zweiten Viertel agierte man defensiv deutlich wacher, und trotzdem zog der USC Punkt für Punkt davon. 55 Punkte kassierte der VfL in dieser Saison in noch keiner Halbzeit. Hoffnungsschimmer war ein eigener 8:0-Lauf, um auf 45:55 zur Halbzeit zu verkürzen. Xavier und Edonis, die beiden Starter ohne Foulprobleme, hielten ihr Team mit 14 bzw. 12 Punkten im Spiel. Für die zweite Halbzeit nahm man sich viel vor, doch offensiv wollte nicht viel gelingen: Korbleger und Dunkversuche blieben erfolglos und führten zu einfachen Wurfchancen für den Gegner, wodurch ein 57:76-Rückstand entstand. Dieses Ergebnis führte auch auf den Rängen zu einer gewissen Lethargie – die meisten hatten sich mit der Niederlage bereits abgefunden.

Doch dann die unerwartete Wende: Nochmals angestachelt aus der Viertelpause und mit sehr aggressiver, risikoreicher Full-Court-Press setzte man den Gegner unter Druck. Plötzlich fielen die Würfe, und die Zuschauer waren ebenfalls wieder voll da. Innerhalb von fast schon wahnsinnigen sechs Minuten ging die „Erste“ durch einen famosen 22:2-Lauf tatsächlich mit 79:78 in Führung – die erste und leider einzige in diesem Spiel. So schnell die Leistungsexplosion kam, so schnell war sie auch wieder verflogen. Nach der zweiten Auszeit der Freiburger gelang gar nichts mehr. Trotz mehrerer guter Defensivaktionen konnte der USC allein in den letzten vier Spielminuten neun Offensivrebounds sichern. Vielleicht war dies der hohen Energie der Aufholjagd geschuldet, doch Entschuldigungen gewinnen keine Basketballspiele.

Da auch alle vier Freiwürfe ihr Ziel verfehlten, war der Traum von der höchsten Aufholjagd verflogen. Interessant: Zweimal traf der USC in dieser Saison über zehn Dreier in einem Spiel – der Gegner in beiden Partien war der VfL Kirchheim. Die Einschätzung des Coaches nach dem Spiel fokussierte sich auf die eigene Leistung: „Zehn sensationelle Minuten reichen nicht, wenn man im Rest des Spiels unter den eigenen Möglichkeiten bleibt.“ Insbesondere die vielen zugelassenen Offensivrebounds und unnötigen Ballverluste – Probleme, die immer wieder auftreten – bereiten dem Headcoach Kopfzerbrechen.

Damit war auch die vierte Heimniederlage der sonst so heimstarken Kirchheimer besiegelt. Und die Freiburger gesellen sich zu den Titans als einzige Teams, gegen die die „Erste“ in dieser Saison nicht gewinnen konnte. Gleichzeitig kommt dem letzten Saisonspiel nun deutlich mehr Bedeutung zu, möchte das Team die insgesamt starke Saison mit der Vizemeisterschaft krönen. Hierzu bedarf es eines Erfolgs bei der zwölftplatzierten BG Remseck.

Es spielten:
Y. Abele, X. Lee Boyd (18/2 Dreier), L. Failenschmid Clavera, C. Fansi (3), M. Haziri (9/3), C. Jorgusen, M. Lemke (2), A. Nicklaus (13), E. Paqarada (21/3), K. Pindonis, N. Schwanenberg (13)