Einiges an Kopfzerbrechen begleitete die Vorbereitung auf das Auswärtsspiel bei den Fellbach Flashers. Nachdem mit Alexander Stief und Yannick Abele bereits zwei Leistungsträger ausfielen, musste das Regionalligateam auch auf Neil Schwanenberg und Nil Failenschmid verzichten, die zeitgleich in Gießen bei der Pro A zum Einsatz kamen.
Einige Premieren hatte das Spiel damit zu bieten: Clarence Fansi war zum ersten Mal in die Starting Five berufen, der verdiente Lohn nach einigen guten Spielen. Dieses Vertrauen zahlte er mit seiner besten Saisonleistung und seinem ersten erfolgreichen Dreier der Saison zurück. Alexander Mühlhäuser, zum vierten Mal aus der zweiten Mannschaft hochberufen, scorte seine ersten Punkte in der Regionalliga und Nikolaos Tranopolous gab sein Debüt in der ersten Mannschaft, gegen sein altes Team. Die neu zusammengesetzte Starting Five hatte zu Beginn des Spiels allerdings ihre Probleme. Gerade die defensive Abstimmung war mehrmals nicht vorhanden was die 23 kassierten Punkte im ersten Spielabschnitt unterstrich. Allenfalls das erfolgreiche Spiel unter den Brettern, dominiert vom einzigen verfügbaren Centerspieler Andreas Nicklaus, stimmte positiv. Mirsad Haziri und Wilko Dickgiesser leisteten sich gleichzeitig ein Duell auf Augenhöhe: beide trafen drei Dreier im ersten Viertel für die eigenen Farben.
Auch die sehr jung besetzte Bank die hauptsächlich aus U18-Spielern besetzt war, die am Mittag noch in Heidelberg mit einem Punkt gewinnen konnten, fand keinen Weg den Nadelstichen des Tabellenvorletzten Paroli zu bieten und ein weiteres Missverständnis in der Defense, dass die 36:29 Führung für die Gastgeber bedeutete zwang Coach Wanzke zu einer Auszeit. Die wütende Ansprache des Trainers hallte durch die immer noch gut besuchte Gauäckersporthalle, zuvor siegte das Pro B Team Fellbachs den Kontrahenten aus Ludwigsburg was einige Zuschauer zum Verbleib in der Halle überzeugte.
Am Stolz gepackt starteten die in auswärtsschwarz gekleideten Teckstädter noch vor der Halbzeit, dank eines 11:4-Runs, aus. Die Halbzeitansprache war deshalb allerdings nicht weniger intensiv. Das gute Spiel, insbesondere die aggressive Defensivarbeit der letzten Wochen war nur in wenigen Szenen zu sehen und 40 Punkte sind in jedem Falle, aber gerade gegen einen Gegner am Tabellenende, zu viel. War die erste Halbzeit noch von zwölf Führungswechseln geprägt, so zeigte sich der Klassenunterschied der beiden Teams in der zweiten Hälfte. Kommunikation, Wille und Einsatzbereitschaft deutlich verbessert machten es den Flashers schwerer Punkte zu erzielen. Der Kampf um die Rebounds wurde eins ums andere Mal durch Fansi und Nicklaus gewonnen, die oftmals nur durch ein Foul zu stoppen waren. Die Setplays wurden flüssiger und die dadurch kreierten Wurfchancen wurden von gerade von Xavier Boyd immer wieder eiskalt ausgenutzt. Die Führung wuchs zunehmend und drei Minuten vor Ende war die Partie entschieden. Etwas Ergebniskosmetik durfte das athletische Fellbacher Team noch betreiben doch der 14.Sieg der Saison stand fest. Damit hat die Mannschaft bereits die Siegesanzahl der Vorsaison eingestellt. Drei Spieltage vor Ende.
Neben der schlechten Defense in den ersten 20 Minuten muss auch kurz über die die schwache Freiwurfquote von 42% (8 aus 19) gesprochen werden. Ein Rückfall der ohne Konsequenzen blieb.
Mit dem fünften Sieg in den letzten sechs Spielen festigte man den zweiten Platz und tritt in den verbliebenen drei Spielen in ein Fernduell mit Haiterbach um die Vizemeisterschaft. Dabei haben die Haiterbacher das deutlich einfachere Restprogramm.
Am Ende der Heimfahrt stand dann die Meisterfeier der Damenmannschaft die zeitgleich die Meisterschaft durch den Sieg gegen Stuttgart klarmachte. Zumindest in der Damenoberliga war Kirchheim damit der Landeshauptstadt überlegen. Das nächste Auswärtsspiel am kommenden Samstag steht in Wieblingen an, wo noch eine Rechnung offen ist.
Es spielten:
X. Lee Boyd (24/6 Dreier), L.Failenschmid Clavera, C.Fansi (14/1), M.Haziri (9/3), C.Jorgusen, M.Lemke, A.Mühlhäuser (2), A.Nicklaus (25), E.Paqarada (7/1), N. Tranopoulos