Elf Führungswechsel, große Intensität und eine Entscheidung in den Schlusssekunden: Im Regionalliga-Topspiel zwischen dem Tabellenzweiten aus Kirchheim und den Gastgebern aus Stuttgart bekamen die Zuschauer am Samstagabend alles geboten, was ein Spitzenspiel ausmacht – mit dem besseren Ende für die Hausherren.
Starker Auftakt der Teckstädter
Mit vollem Kader reisten die Kirchheimer zu den Titans, die in der Rückrunde mit extrem kleiner Rotation, jedoch mit einer sehr erfahrenen Starting Five agieren. Gleich vier Akteure der Gastgeber zählen zu den Top 20 Scorern der Liga, mit Mitrovic stellt Stuttgart zudem den punktstärksten Spieler (28 Punkte pro Spiel).
Die Gäste aus der Teckstadt zeigten jedoch von Beginn an ihre Klasse. Drei frühe Dreier fanden ihr Ziel, Kapitän Andreas Nicklaus erhöhte auf 16:11 und bereits nach sieben Minuten hatten alle fünf Starter gepunktet. Doch ein 11:0-Lauf der Gastgeber drehte die Partie. Unnötige Ballverluste erwiesen sich dabei einmal mehr als Katalysator für einfache Punkte auf der Gegenseite.
Clarence Fansi und Mirsad Haziri setzten unter dem Korb sowie von jenseits der Dreierlinie wichtige Akzente, doch Stuttgart blieb vor allem von der Freiwurflinie eiskalt. 13 von 14 Versuchen fanden im ersten Durchgang ihr Ziel – zur Halbzeit führten die Titans mit 45:36.
Deutliche Reaktion nach der Pause
In der Kabine wurde die defensive Intensität klar angesprochen: 45 zugelassene Punkte waren selbst gegen ein Spitzenteam zu viel. Auch im Spielaufbau lief nicht alles nach Plan, sodass offensiv nachjustiert wurde.
Die Reaktion folgte prompt. Mit deutlich erhöhter Aggressivität starteten die Kirchheimer in die zweite Halbzeit und verkürzten in der 25. Minute auf zwei Punkte. Die Mischung aus konsequentem Spiel unter den Körben und gut herausgespielten Würfen stellte die Gastgeber zunehmend vor Probleme. Dennoch ging Stuttgart mit einer knappen 59:55-Führung ins Schlussviertel.
Dramatische Schlussphase
Beide Teams agierten nun mit sehr kurzen Rotationen. Während Stuttgart seinen erfahrenen Spielern kaum Pausen gönnen konnte, präsentierte sich die Kirchheimer Verteidigung in der zweiten Hälfte als Bollwerk. Nach einem And-One von Nil Failenschmid und einem Dreier von Neil Schwanenberg eroberte Kirchheim die Führung zurück.
Die lautstarke Unterstützung der mitgereisten Fans sorgte für zusätzlichen Rückenwind. Xavier Boyd brachte seine Farben mit 71:68 in Front. Doch erneut wechselte die Führung nach erfolgreichen Freiwürfen und einem weiteren Treffer der Gastgeber.
20 Sekunden vor dem Ende traf Neil Schwanenberg zur 73:72-Führung für Kirchheim. Die Verteidigung sollte nun den Auswärtssieg sichern – doch 12 Sekunden vor Schluss ertönte ein Foulpfiff beim Zug zum Korb des Stuttgarter Aufbauspielers. Beide Freiwürfe saßen – 74:73.
Auf der Gegenseite blieb Nil Failenschmids Korbleger trotz ähnlicher Situation ohne Pfiff. Mitrovic vergab anschließend zwar beide Freiwürfe, doch der letzte Dreipunkteversuch von Mirsad Haziri mit der Schlusssirene sprang vom Ring wieder heraus.
Sportliche Geste und Blick nach vorne
Damit sicherten sich die Stuttgarter vorzeitig die Meisterschaft. Die Kirchheimer gratulierten fair und wünschen dem im Spiel am Rücken verletzten Stuttgarter Akteur eine vollständige und schnelle Genesung.
Für die Teckstädter bedeutet die knappe Niederlage den Rückfall auf Rang drei der Tabelle. Bereits am kommenden Samstag bietet sich jedoch die nächste Gelegenheit zur Wiedergutmachung: Dann empfängt man Heilbronn zum Heimspiel.
Es spielten:
Boyd (9/1 Dreier), L. Failenschmid Clavera, N. Failenschmid Clavera (10/1), Fansi (4), Haziri (12/4), Nicklaus (5), Paqarada (5/1), Pindonis, Schwanenberg (16/1), Stief (12/2)