Kirchheim Knights

H1 | Die erste „Halbzeit“ gewonnen

Die 1. Herrenmannschaft des VfL Kirchheim hat sich im ersten von zwei Aufstiegsspielen eine gute Ausgangslage erarbeitet. Am Pfingstmontag besiegten die Kirchheimer die Bona Baskets Limburg mit 79:70 und nehmen damit neun Punkte Vorsprung mit in das entscheidende Rückspiel am kommenden Sonntag.

Bereits vor Spielbeginn war klar, dass dieses erste Entscheidungsspiel um den Aufstieg in die Regionalliga Südwest unter besonderen Bedingungen stattfinden würde – im wahrsten Sinne des Wortes. Nachdem die letzten Aufbauarbeiten in der Sporthalle Stadtmitte gegen 16 Uhr abgeschlossen waren, zeigte das Thermometer in der Halle 37 Grad Celsius an. Erst nach Rücksprache mit den Schiedsrichtern und der Freigabe zur Öffnung sämtlicher Fenster und Notausgänge stand endgültig fest, dass die Partie ausgetragen werden konnte.

Die extremen Temperaturen und die Bedeutung der Begegnung waren beiden Mannschaften zunächst anzumerken. Vor rund 150 Zuschauern dauerte es bis zur dritten Spielminute, ehe Alexander Stief die ersten Punkte des Abends erzielte und den VfL mit 2:0 in Führung brachte. Limburg antwortete jedoch direkt und drehte die Partie zunächst auf 5:2. Die Hausherren fanden anschließend besser ins Spiel und setzten sich mit einem 7:0-Lauf wieder ab. Nach dem ersten Viertel führte Kirchheim mit 19:13.

Im zweiten Spielabschnitt erhöhten die Gäste aus Hessen das Tempo, worauf sich die „Gelben“ einließen – zunächst mit Vorteilen für Limburg. Die Bona Baskets kamen vor allem über die Freiwurflinie zurück ins Spiel und verkürzten den Rückstand bis zur Halbzeitpause auf 38:37. Insgesamt zehn Freiwürfe erhielten die Gäste allein im zweiten Viertel.

Die Halbzeitansprache zeigte Wirkung. Kirchheim präsentierte sich nach dem Seitenwechsel deutlich konzentrierter und konsequenter. Zwei schnelle Dreier von Edonis Paqarada und Mirsad Haziri brachten zusätzliche Sicherheit, während Kapitän Andreas Nicklaus unter dem Korb immer wieder wichtige Akzente setzte. Schritt für Schritt bauten die Gastgeber ihren Vorsprung aus und gingen mit einer 61:52-Führung in den Schlussabschnitt.

Im letzten Viertel machte sich die enorme Belastung durch die hohen Temperaturen bei beiden Teams bemerkbar. Das Spieltempo sank deutlich und die Zahl der Ballverluste stieg auf beiden Seiten an. Limburg hielt mit erfolgreichen Distanzwürfen dagegen, doch Xavier Lee Boyd antwortete für Kirchheim mit seinem insgesamt sechsten Dreier des Abends. Nachdem sich kurz vor Spielende der größte Spieler der Gäste verletzte, nutzten die Kirchheimer Centerspieler die entstehenden Räume konsequent aus und sorgten mit wichtigen Punkten unter dem Korb für die Entscheidung zum 79:70-Endstand.

„Es war kein einfaches Spiel. Wir haben weniger gut getroffen und einige unnötige Fehler gemacht, sind aber dennoch nicht unzufrieden mit der Art und Weise, wie wir das Spiel bestimmt haben, auch wenn das Ergebnis das nicht komplett aussagt“, erklärte Headcoach Marco Wanzke unmittelbar nach der Partie.

Ein weiterer Beleg für die außergewöhnlichen Bedingungen waren die Freiwurfquoten beider Mannschaften: Sowohl Limburg als auch Kirchheim verwandelten lediglich zehn beziehungsweise neun ihrer jeweils 17 Versuche.

Am Dienstagmorgen bestätigte die Stadt schließlich einen technischen Defekt an Belüftung und Heizungsanlage der Halle. Damit dürften die Bedingungen für die kommenden Spiele wieder deutlich angenehmer ausfallen.

Trotz des Heimsiegs bleibt die Ausgangslage für das Rückspiel offen. Limburgs amerikanischer Headcoach Danny Stallbohm hatte bereits vor der Partie angekündigt, dass seinem Team beim Heimspiel personell zusätzliche Optionen zur Verfügung stehen könnten. Die Kirchheimer wissen daher, dass die Aufgabe noch nicht erledigt ist – ganz nach dem bekannten Zitat von Kobe Bryant: „Job’s not finished.“

Für den VfL spielten:
Y. Abele, X. Lee Boyd (20 Punkte/6 Dreier), C. Fansi (6), M. Haziri (5/1 Dreier), M. Lemke, A. Nicklaus (19), E. Paqarada (6/2 Dreier), N. Schwanenberg (9), A. Stief (14).