Kirchheim Knights

D1 BBW Pokal | Underdog überrascht

Am vergangenen Wochenende fand in der Sporthalle Stadtmitte das Final Four des BBW-Pokals statt. Zu Gast in Kirchheim waren die drei Regionalliga-Teams aus Heidelberg, Stuttgart und Malmsheim. Ebenfalls vertreten: die Oberliga-Damen des VfL Kirchheim, die als Außenseiter antraten und mit dem zweiten Platz in der Oberliga eine starke Saison bestätigten. Den Pokalsieg sicherte sich der favorisierte USC Heidelberg.

Eröffnet wurde das Turnierwochenende vom achtplatzierten Regionalligisten TSV Malmsheim, der auf die dominierenden Heidelbergerinnen (20:0 Siege in der Regionalliga) traf. Heidelberg ließ von Beginn an keinen Zweifel an der Favoritenrolle und gewann deutlich mit 101:34.

Am Nachmittag folgte die Partie der Kirchheimerinnen gegen die Titans aus Stuttgart. Nach einem verhaltenen Start im ersten Viertel (14:17) steigerten sich die Gastgeberinnen im zweiten Spielabschnitt und gingen dank einer starken Defensivleistung mit einer 29:22-Führung in die Halbzeitpause. Über weite Strecken der zweiten Hälfte behauptete der VfL die Führung, ehe es in der Schlussphase noch einmal spannend wurde. Vier Minuten vor dem Ende lag Kirchheim mit acht Punkten vorn. Stuttgart traf zwei Dreipunktewürfe und glich 25 Sekunden vor Schluss von der Freiwurflinie aus. In der entscheidenden Szene übernahm Kapitänin Sarah Wanzke Verantwortung: 1,6 Sekunden vor Spielende wurde sie gefoult, verwandelte den ersten Freiwurf und setzte den zweiten bewusst an den Ring, um dem Gegner keine Möglichkeit zur Auszeit zu geben – der Finaleinzug war perfekt.

Am zweiten Turniertag ging es für Malmsheim und Stuttgart um Platz drei. In einer über weite Strecken engen Begegnung setzten sich die Stuttgarterinnen am Ende mit 61:53 durch.

Um 16 Uhr folgte das Finale. Die Favoritenrolle war klar verteilt: Heidelberg hatte in der Regionalliga alle Spiele mit durchschnittlich rund 30 Punkten Differenz gewonnen – und trat beim Pokalwochenende in Bestbesetzung an. Auf dem Papier eine eindeutige Angelegenheit, doch der Start überraschte: Kirchheim hielt phasenweise gut mit. Nach zehn Minuten stand es lediglich 21:16. Im zweiten Viertel erhöhten die Heidelbergerinnen jedoch das Tempo, dem die Gastgeberinnen Tribut zollen mussten. Zur Halbzeit setzte sich der Favorit auf 42:23 ab.

Die Pause tat dem VfL gut: Das dritte Viertel gestalteten die Kirchheimerinnen wieder ausgeglichen und verloren es nur knapp mit 11:12. Im Schlussabschnitt schwanden jedoch die Kräfte, und Heidelberg gewann letztlich verdient mit 72:44 den Pokal.

„Das hat Spaß gemacht und hat uns gezeigt, wo wir stehen“, resümierte Kapitänin Sarah Wanzke. Auch VfL-Headcoach Auerbach zeigte sich zufrieden: „Wir haben über weite Strecken wirklich guten Basketball gespielt. Gegen eine Mannschaft wie Heidelberg reicht aber eine kurze Schwächephase, und sie ziehen davon. Ich denke, wir haben viele in der Halle überrascht – darauf können wir stolz sein.“

Nach einer langen Saison geht es für die Kirchheimerinnen nun in die Trainingspause, ehe nach Pfingsten schrittweise die Vorbereitung auf die neue Spielzeit beginnt.

Es spielten im Halbfinale gegen Titans Stuttgart: Büchele (18), D.Fischer (4), K.Fischer (6/1), Focken (7/1 Dreier), Hannert, Haußmann, Mauritz (4), Neuffer, Reichmuth (5/1), Ohmayer, Wanzke (10/2)

Es spielten im Finale gegen USC Heidelberg: Büchele (4), D.Fischer (4), K.Fischer (6), Focken (3), Hannert, Haußmann, Mauritz (10), Neuffer, Reichmuth (5/1), Ohmayer (3), Wanzke (14/2)