Kirchheim Knights

H 1 | Offensivfeuerwerk gegen alten Rivalen – VfL knackt die 100-Punkte-Marke

Die heimstarken Kirchheimer hatten sich für dieses Spiel einiges vorgenommen. Das Hinspiel war unnötig und hochdramatisch nach einem Buzzerbeater von Charlton verloren gegangen. Ohne den angeschlagenen Yannick Abele und den für die ProA geschonten Nil Failenschmid startete die „Erste“ furios. Nach fünf gespielten Minuten führten die Gastgeber mit 18:10 und zeigten früh, dass es für die Reds an diesem Abend schwierig werden würde.

Der Ball lief gut, das Inside-Out-Spiel funktionierte einwandfrei. So konnten sowohl freie Dreier durch Edonis und Mirsad als auch der aggressive Zug zum Korb von Neil und Alex in Punkte umgemünzt werden. Das Highlight der ersten Hälfte folgte mit der Halbzeitsirene. Nach einem verworfenen Wurf schnappte sich der kleinste Spieler auf dem Feld, Cooper, den Offensivrebound in einem Meer von großen Spielern und fand Edonis in der Ecke, der den Dreier zum 52:35-Halbzeitstand verwandelte.

Dass die erfahrenen Heilbronner nicht aufgeben würden und defensiv Anpassungen vornehmen könnten, wurde in der Kabine klar angesprochen. Der Druck sollte hochgehalten werden – und die Starting Five schraubte noch einmal einen Gang hoch. In sechs Angriffen in Folge wurde dreimal Kapitän Andreas Nicklaus unter dem Korb erfolgreich bedient, dazu kamen drei weitere Treffer von außen. Die Führung wuchs dadurch auf 28 Punkte an.

Doch im Basketball können selbst klare Spiele noch einmal kippen. Nach einigen Wechseln beim Gastgeber kamen die Heilbronner besser ins Spiel und erhielten in den folgenden Minuten zahlreiche Freiwürfe. In Kombination mit schnellen Punkten im Fastbreak schrumpfte der Vorsprung sechs Minuten vor Ende auf zehn Punkte. Die kurze Schwächephase war jedoch schnell beendet. In den letzten sechs Minuten übernahmen die erfahrenen Spieler wieder die Kontrolle und erzielten noch einmal 26 Punkte. Den hundertsten Punkt des Abends sicherte sich Moritz – und steht nun mit einem Kasten Spezi bei seinen Mitspielern in der Schuld. Am Ende stand ein verdienter 104:88-Erfolg und der erste 100-Punkte-Sieg der Saison.

Dabei wurde auch ein neuer Ligarekord aufgestellt: 19 der 39 Dreipunktewürfe fanden ihr Ziel. Allein Edonis Paqarada und Mirsad Haziri zeichneten sich für 14 dieser 19 Treffer verantwortlich. Durch das offensive Feuerwerk und zahlreiche zweite Chancen – vor allem durch die Big Men Andi, Alex und Clarence – fielen die 19 Ballverluste weniger ins Gewicht. Insgesamt verbuchte der VfL 17 Offensivrebounds, 10 Steals und 4 Blocks. Gepaart mit knapp 60 Prozent Trefferquote aus dem Feld (bei 7 von 9 verwandelten Freiwürfen) war es eine rundum starke Vorstellung.

„Wir wollten heute zeigen, dass wir auch gegen defensivstarke Gegner hochprozentig punkten können. Die Leistung des Teams ist aller Ehren wert“, fasste Trainer Wanzke die Partie zusammen. Durch die gleichzeitige Niederlage des USC Freiburg übernimmt der VfL damit wieder den zweiten Tabellenplatz. Hinter den Kirchheimern mit nun 13 Siegen folgen Tübingen, Haiterbach und Freiburg mit jeweils 12 Erfolgen sowie vier weitere Teams mit 11 Siegen.

Vor der Osterpause stehen nun zwei Auswärtsspiele in Fellbach und Wieblingen an. Dort gilt es, weitere wichtige Punkte zu sammeln, um den Abstand zum Verfolgerfeld zu halten. Hintergrund ist die enge Tabellensituation – theoretisch könnten in dieser Saison sogar bis zu fünf Teams in die Oberliga absteigen.

Es spielten:
X. Lee Boyd (6/1 Dreier), L.Failenschmid Clavera, C.Fansi (3), M.Haziri (19/6), C.Jorgusen, M.Lemke (2), A.Nicklaus (16), E.Paqarada (26/8), K.Pindonis, N.Schwanenberg (24,4), A.Stief (8)