Vor der langen Anfahrt am Sonntagabend nach Mannheim hatten die Kirchheimer einige Ausfälle zu verkraften: Yannick Abele, Valentin Ebai Ndip, Cooper Jorgusen und Moritz Lemke allesamt angeschlagen mussten ebenso wie Nil Failenschmid passen. So war der Mannschaftsbus mit nur neun Spielern gefüllt. Nachdem dann das Oberligatopspiel die eigentlich Spiellänge deutlich überschritt, startete das Regionalligaspiel nach verkürztem Warmup in der kalten Halle um 18:15 Uhr. Fast viereinhalb Stunden nach Abfahrt. So verwunderte es wenig, dass das Spiel fahrig beginn und phasenweise das Chaos in der GBG-Halle beim Tabellenletzten.
So stand zum Ende des ersten Viertels eine minimale Zweipunkteführung für die Gäste. Auf die deutliche Ansprache zur Viertelpause folgte eine resolutere Verteidigung. Bis zu diesem punkteten die Mannheimer insbesondere durch Fastbreaks und zweiten Chancen nach Offensivrebounds. Hier wussten sich die beiden großen stämmigen Center der Badener gut einzusetzen, zudem wurde auf den kleinen Positionen nicht ausgeboxt. Die eigene Offensive dagegen, geriet auch ins Stocken. Einfache Ballverluste führten zu einer inakzeptablen Körpersprache. Die 6-Punkte-Führung zur Halbzeit trügerisch. Was auffiel: nur 2 von 8 Freiwürfen konnten in der ersten Hälfte verwandelt werden.
Nach taktischen Änderungen in der Halbzeit zeigten die Kirchheimer ihre beste Phase des Spiels. Die Körpersprache war nun der eines Tabellenzweiten würdig und die Führung wuchs auf 15 Punkte. Vor allem das Freispielen der Mitspieler unter dem Korb lief flüssig und konnte hochprozentig verwandelt werden. Die Dreier fielen zwar weiterhin nicht, nur vier erfolgreiche Distanzwürfe standen am Spielende, doch die konzentrierte Defensive erstickte jede Hoffnung einer Aufholjagd der Gastgeber.
So konnte der erste Auswärtssieg der Rückrunde gefeiert werden, indem alle neun Spieler ihren Beitrag leisteten und mal wieder vier Spieler zweistellig punkteten.
Der Umstand, dass die Dreier aktuell nicht fallen, sorgt den Headcoach Marco Wanzke nicht allzu sehr: „Wir finden Lösungen und treffen in den letzten beiden Spielen fast immer die richtige Entscheidung. Dass Würfe nicht fallen kommt vor, wir werden unsere Art des Basketballspielens deswegen aber nicht ändern.“ Dieses Selbstverständnis wird am kommenden Samstag auf die Probe gestellt. Dann geht es zum starken Tabellenführer nach Stuttgart.
Es spielten:
X. Lee Boyd (5/ 1 Dreier), L.Failenschmid Clavera, C.Fansi(6), M.Haziri (2), A.Nicklaus (17), E.Paqarada (14/2), K.Pindonis, N.Schwanenberg (16,1), A.Stief (13)