Kreisbau Knights Kirchheim

H1 | Knights liefern Saarlouis einen heißen Kampf

Kirchheim unterliegt dem Aufstiegsaspiranten nach starker Aufholjagd mit 76:82

Die VfL Kirchheim Knights haben am dritten Spieltag der Regionalliga Südwest eine knappe Niederlage hinnehmen müssen. Gegen die mit sechs Profispielern gespickte Mannschaft der Artemis Sunkings Saarlouis entwickelte sich ein hochklassiges und bis in die Schlussminuten spannendes Aufeinandertreffen. Am Ende setzten sich die Gäste mit 82:76 durch, obwohl die Kirchheimer über weite Strecken auf Augenhöhe agierten.

Was sich die Kirchheimer Regionalligatruppe für die Partie vorgenommen hatte, funktionierte in den ersten drei Minuten zunächst überhaupt nicht. Zwei zugelassene Offensivrebounds, drei Ballverluste und ein 8:0-Lauf der Gäste sorgten für einen denkbar ungünstigen Start. Doch die Teckstädter fanden anschließend besser ins Spiel, erzielten den 12:12-Ausgleich und machten von da an deutlich, dass sie dem favorisierten Gegner Paroli bieten konnten.

Immer wieder gelang es den Knights sogar, die knappe Führung zu übernehmen. Doch nach dem dritten Foul von Edonis Paqarada und Andreas Nicklaus geriet der Kirchheimer Rhythmus ins Stocken. Die bis dahin erspielte 36:31-Führung ging verloren, ehe Saarlouis seine athletische Überlegenheit eiskalt ausspielte. Ein 14:0-Lauf der Gäste unterstrich die Ambitionen der Sunkings, in die ProB aufsteigen zu wollen. Auch zwei Auszeiten konnten die jungen Kirchheimer in den letzten Minuten vor der Halbzeit nicht mehr entscheidend aus dem Konzept bringen.

Entsprechend groß war der Frust in der Kabine. Schließlich hatten die Knights über weite Strecken der ersten Halbzeit das bessere Team gestellt, ehe ihnen der schwache Beginn und der Einbruch kurz vor der Pause zum Verhängnis wurden. Besonders US-Import Jordan Camper war kaum zu stoppen. Bereits zur Halbzeit hatte er 21 Punkte auf dem Konto. Für das Highlight des Abends sorgte er mit einem spektakulären Alley-oop-Dunk, der ihn wohl auch für den NBA-Slam-Dunk-Contest qualifiziert hätte.

Der Kirchheimer Trainerstab reagierte nach dem Seitenwechsel mit taktischen Anpassungen. Die Knights konnten den Rückstand zwar etwas verkürzen, doch die Partie wurde zunehmend zerfahren. Auch die nicht immer eindeutig erscheinende Linie der Schiedsrichter trug dazu bei, dass nur schwer ein gleichmäßiger Spielfluss zustande kam.

Mit einem Rückstand von 13 Punkten ging es in das Schlussviertel. Eine Vorentscheidung war damit allerdings noch lange nicht gefallen. Wie bereits beim Auswärtsspiel in Ulm bewiesen die Teckstädter ihre Comeback-Qualitäten. Mit einer resoluten Verteidigung und einer besseren Wurfausbeute als noch im dritten Viertel kämpften sie sich Punkt für Punkt heran. Vor allem Boyd und Haziri wussten für Gefahr von außen zu sorgen. Auf der Gegenseite ließ der starke Saarlouiser Spielmacher einige Freiwürfe liegen, wodurch die Begegnung in der Schlussphase endgültig auf Messers Schneide stand.

Die Kirchheimer hatten damit tatsächlich noch die Chance, das Spiel zu drehen. Doch in den entscheidenden Momenten wollten die Würfe von jenseits der Dreipunktelinie nicht mehr fallen. So blieb den Knights trotz einer starken Aufholjagd nichts anderes übrig, als den Gästen zum 82:76-Erfolg zu gratulieren.

Headcoach Marco Wanzke zeigte sich nach der Niederlage dennoch nicht unzufrieden: „Man hat gesehen, dass wir mit jedem Gegner mithalten können, wenn wir an unser Limit gehen.“

Die Leistung gegen einen ambitionierten Aufstiegsaspiranten dürfte den Kirchheimern trotz der verpassten Siegchance Selbstvertrauen geben. Gleichzeitig bleibt die Erkenntnis, dass sich schwache Phasen gegen Mannschaften dieser Qualität kaum kompensieren lassen. Für die kommenden Aufgaben gilt es deshalb, die Konzentration über die gesamte Spielzeit hochzuhalten und die vermeidbaren Fehler zu reduzieren. Dann soll auch der zweite Saisonsieg her, damit der Blick auf die Tabelle nicht schon früh in der Spielzeit zum zusätzlichen Belastungsfaktor wird.

Es spielten:
X. Boyd (23/5 Dreier), M. Haziri (14/4), A.Stief (12), Edonis Paqarada (8), Edolind Paqarada (8/2), A. Nicklaus (6), B.Kabashi (5/1), M.Lemke, D.Tasci, K.Pindonis, C.Munz