Nach drei Jahren zurück in der Jugend Basketball Bundesliga – und direkt mit einem Sieg gestartet. Die U16 des VfL Kirchheim Knights gewinnt ihr erstes Saisonspiel beim MTV Stuttgart 1843 mit 72:56 (27:24) und belohnt sich damit für viele Monate intensiver Vorbereitung und jahrelanger Nachwuchsarbeit.
Es war ein besonderer Tag für den Kirchheimer Nachwuchsbasketball. Nach drei Jahren ohne JBBL-Beteiligung und der erfolgreichen Qualifikation in diesem Sommer feierten die Kirchheim Knights einen gelungenen Einstand in Deutschlands höchster U16-Spielklasse.
Dass dieses erste Saisonspiel etwas Besonderes war, merkte man beiden Mannschaften deutlich an. Die Anfangsnervosität war auf beiden Seiten spürbar. Offensiv fanden die Teams zunächst nur schwer ihren Rhythmus, sodass sich eine punktearme erste Halbzeit entwickelte.
Die Kirchheimer lagen zwar über weite Strecken vorne, konnten ihre Vorteile aber zunächst nicht konsequent nutzen. Mit einer knappen 27:24-Führung ging es in die Halbzeitpause.
Leistungssteigerung nach der Pause
Nach dem Seitenwechsel zeigte die Mannschaft zunehmend, welches Potenzial in ihr steckt. Besonders Arman Andemariam übernahm Verantwortung und brachte seine Geschwindigkeit und Dynamik immer wirkungsvoller aufs Spielfeld. Er setzte wichtige offensive Akzente und übernahm gerade in der zweiten Halbzeit eine tragende Rolle.
Auch Eren Yaylaci zeigte eine bemerkenswerte Entwicklung innerhalb des Spiels. Nach einer zunächst zurückhaltenden ersten Halbzeit gelang es ihm, mental umzuschalten und mit deutlich mehr Selbstvertrauen aufzutreten. Mit seiner Energie, Physis und Präsenz gab er der Mannschaft wichtige Impulse.
„Gerade bei jungen Spielern geht es nicht nur darum, was sie bereits können, sondern auch darum, ob sie bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und ihr Potenzial auf das Spielfeld zu bringen. Arman hat das mit seiner Geschwindigkeit hervorragend gemacht. Und Eren hat gezeigt, wie viel sich innerhalb eines Spiels verändern kann, wenn man seine Haltung und seinen Mut verändert“, erklärt Headcoach Brian Wenzel.
Doch auch nach der Pause blieb die Partie zunächst umkämpft. Im dritten Viertel kamen die Gastgeber zwischenzeitlich bis auf einen Punkt heran. Die Kirchheimer ließen sich davon jedoch nicht aus der Ruhe bringen, fanden zurück zu ihrem Spiel und bauten ihre Führung Schritt für Schritt aus.
Im Schlussviertel wuchs der Vorsprung zwischenzeitlich auf 20 Punkte an. Am Ende stand ein verdienter 72:56-Auswärtserfolg.
Defensive Intensität als Schlüssel – Rebounding bleibt Baustelle
Ein wesentlicher Faktor für den Erfolg war die intensive Verteidigungsarbeit der Knights. Mit 20 Steals und 21 erzwungenen Ballverlusten setzten die Kirchheimer ihre Gegner immer wieder unter Druck und erarbeiteten sich zusätzliche Wurfmöglichkeiten.
Allerdings zeigte das erste Saisonspiel auch deutlich, woran die Mannschaft noch arbeiten muss. Besonders das Rebound-Duell ging mit 32:47 klar an Stuttgart.
„Wir können mit unserem Auftakt zufrieden sein, dürfen uns vom Ergebnis aber nicht blenden lassen. Gerade an den Brettern müssen wir deutlich hungriger werden. Rebounding ist nicht nur eine Frage der Größe oder Athletik, sondern vor allem der Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, konsequent auszuboxen und jedem Ball hinterherzugehen. Da müssen wir als Mannschaft einen Schritt nach vorne machen“, so Wenzel.
Auch offensiv sieht der Trainer noch Entwicklungspotenzial. Trotz zahlreicher herausgespielter Wurfmöglichkeiten ließ Kirchheim gerade in der ersten Halbzeit einige Chancen ungenutzt.
Ein Sieg, hinter dem Jahre gemeinsamer Arbeit stehen
Für Headcoach Brian Wenzel ist der erfolgreiche Saisonauftakt weit mehr als nur ein sportliches Ergebnis.
„Dieser Sieg gehört nicht nur den Jungs, die heute auf dem Spielfeld standen. Er ist das Ergebnis vieler Monate und Jahre Arbeit. Trainer, die diese Spieler begleitet, gefördert und unglaublich viel Zeit investiert haben. Eltern, die ihre Kinder unterstützen und dafür auch persönliche Dinge zurückstellen. Und natürlich die Jungs selbst, die bereit waren, diesen Weg gemeinsam zu gehen.“
Besonders die Unterstützung der Eltern und des gesamten Mannschaftsumfelds beeindruckte den Trainer. Viele Familien hatten in den vergangenen Monaten ihre Urlaubsplanung und Freizeit der gemeinsamen Saisonvorbereitung untergeordnet.
Auch Spieler aus dem erweiterten Trainingskader, die aktuell noch nicht über eine JBBL-Spielberechtigung verfügen, waren in Stuttgart dabei, feuerten ihre Mannschaft an und unterstützten ihre Teamkollegen.
„Genau das macht für mich eine Mannschaft aus. Nicht nur die Spieler auf dem Feld oder diejenigen, die viele Minuten bekommen. Sondern alle, die bereit sind, ihren Beitrag zu leisten. Diese Unterstützung heute zu erleben, war etwas Besonderes. Dafür möchte ich mich ausdrücklich bei allen bedanken, die diesen Weg möglich gemacht haben.“
Der erste Schritt einer gemeinsamen Entwicklung
Trotz des erfolgreichen Auftakts weiß Wenzel, dass die Mannschaft noch einen langen Weg vor sich hat.
Alle eingesetzten Spieler konnten erste Erfahrungen auf JBBL-Niveau sammeln. Dass dabei nicht jeder mit seinen Einsatzminuten zufrieden sein kann, gehört für den Trainer zum Leistungssport dazu.
„Wir stehen erst am Anfang unserer Entwicklung. Natürlich möchte jeder Spieler möglichst viel spielen. Entscheidend ist aber, wie wir damit umgehen, wie wir weiterarbeiten und welchen Beitrag jeder Einzelne für die Mannschaft leisten möchte. Wir werden als Team nur dann erfolgreich sein, wenn wir bereit sind, gemeinsam zu wachsen.“
Mit dem ersten Sieg nach der Rückkehr in die Jugend Basketball Bundesliga setzen die Kirchheim Knights ein positives Zeichen für die Nachwuchsarbeit des Vereins.
„Dieser Sieg ist eine schöne Bestätigung für das, was in den vergangenen Jahren geleistet wurde. Aber er ist kein Ziel, an dem wir angekommen sind. Er ist der Anfang einer Reise. Und wenn wir weiterhin bereit sind, gemeinsam zu lernen, Verantwortung zu übernehmen und füreinander einzustehen, dann können wir als Mannschaft noch viel erreichen“, blickt Wenzel voraus.
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Spielergebnis
MTV Stuttgart 1843 – VfL Kirchheim Knights 56:72 (24:27)
Viertelergebnisse aus Kirchheimer Sicht: 17:15 | 10:9 | 21:16 | 24:16
Statistik Kirchheim Knights: 20 Steals, 32 Rebounds, 12 Assists, 20 Ballverluste.



